Heute Morgen

 

Mein Herz ist warm,

 

mein Kopf noch kühl.

 

Er tut ein bisschen weh, vermutlich eine Mischung aus Dehydrierung, Hitze, Schlafmangel und Monatszyklus.

 

Eventuell auch wegen dem Rotwein von gestern Abend. Als Communications Unit Farewell Party habe ich mit Kimsrien, Chelsey und Ratna zusammen gekocht und gegessen. Einer meiner schönsten Abende dieses Jahres.

 

 

Ich sehe mich im Spiegel des TukTuks.

 

Wind weht durch mein Haare; manchmal gute Luft, manchmal stinkende oder Abgase.

 

Rote Ampel. Der TukTuk Fahrer neben uns raucht, was ich, wenn ich es nicht sehen könnte, jetzt „erriechen“ könnte.

 

Der links checkt sein Zweithandy. Das Andere ist in der Halterung, vermutlich ist "PassApp"/"WeGo"/"Grab" geöffnet, alle samt Apps über die man sich einfach und zu einem (kleinen) Kilometerpreis eine Rikscha (anderer Wagen als ein TukTuk, der Richtigkeit halber: ich sitze auch in einer Rikscha) bestellen kann.

 

Ohne extra Führerschein steht vor uns ein langer Anhänger an einem Moto. Ladungssicherung: nicht durchgeführt.

 

 

Markt. Trubel. Hupen. Breite Sonnenhüte geben Verkäuferinnen Schatten, die ihr Obst und Gemüse auf dem Boden drapiert haben.

 

Zwischendrin wuseln Wesen der Altersstufe "ein Dutzend Zentimeter über 1m".

 

Ampel. Von links strömt kambodschanische Musik heran. Vermutlich wurde vor einem Laden ein kleines Zelt aufgebaut und bestimmte Waren sind für weniger Geld zu ergattern. Werbestrategie: Aufmerksamkeit durch Musik mit schwerem Bass und dramatischen Lyrics.

 

Vor uns: Eine Familie transportiert auf einem schon erwähnten langen Anhänger mehrere blaue Plastik Fässer. Das etwa zwei Jährige Kind steht dazwischen. Sie drehen sich zu mir um. Wir lächeln uns an.

 

 

 

An einer Mauer hängen zwei Spiegel nebeneinander. Zwei Stühle davor. Einer ist besetzt. An diesem Morgen bekommt ein Kambodschaner einen frischen Haarschnitt.

 

 

 

Ampel. Neben uns lässt ein Auto seine Beifahrer (hier übrigens relativ, es gibt Autos mit dem Lenkrad links und welche mit rechts)  Scheibe runter. Eine Frauenstimme spricht mit meinem Fahrer über ein Moto, das inzwischen zwischen uns hält, hinweg.

 

 Fahrtwind. Rechts taucht ein Moto mit drei-Mann-Besetzung  (1-Frau-1-Mädchen-1-Junge) auf. Der Junge hat helle Haut und rote Haare.

 

Neugier kommt auf, sieht er asiatisch aus?? Schon ein bisschen.

 

Barrangs (Weiße) anzustarren kann ich mittlerweile so gut (oder noch besser) wie Kambodschaner.

 

 

 

Ampel. Es ist grell. Sonnenscheinen in die Rikscha herein und erhitzen meine Beine in Sekunden.

 

Das gleiche Auto steht wieder neben uns. Sie lässt die Scheibe runter. Kurzes Gespräch.

 

 Es wird grün, wir sind nun im Stadtteil Tuol Kork in dem ich arbeite. Ich sage dem Fahrer den Weg. Ich bemerke, wie oft ich das schon getan habe und frage mich, wie oft ich das wohl noch tun werde.

 

 

 

Angekommen. Ich sage unserem Security Guard "Susday" und trete durch das hohe weiße Tor und gehe ein paar Meter über den Innenhof an unseren Wagen vorbei. Unsere Tür ist offen, ich sehe Chelsey an ihrem Schreibtisch gleich am Eingang. Heute ist ihr letzter Arbeitstag bei LWD.

 

 

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